Mehr Vielfalt im Wald

Mehr Vielfalt im Wald

Die Entwicklung der biologischen Vielfalt im Wald verläuft positiv. Das ist der Verdienst von Forstleuten und Waldbesitzern. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) betont vor dem Hintergrund des aktuellen Indikatorenberichts zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung die Anstrengungen der Forstwirtschaft. Wichtig für die Weiterverfolgung dieses Weges sind eine ausreichende Personalausstattung und die Beibehaltung bewährter Strukturen. Prozesse wie das aktuelle Bundeskartellamtsverfahren oder die Überführung von Staatswald in eine Stiftung konterkarieren die positive Entwicklung.

Der kürzlich vom Bundeskabinett beschlossene Indikatorenbericht 2014 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt attestiert dem Wald eine positive Entwicklung.

Bei der Komponente Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat der Wald den besten Wert, der bei 76 Prozent des Zielwertes liegt. Auch beim Erhaltungszustand der Lebensräume und Arten gemäß dem europäischen Schutzgebietsnetz Flor Fauna Habitat (FFH) haben die waldgebundenen Schutzgüter die Nase vorn. Bei der nachhaltigen Forstwirtschaft hat es bei der Waldstruktur, beim Laubholzanteil, der Naturverjüngung sowie Totholz und Biotopbäumen Fortschritte gegeben. Der Anteil der Waldflächen, die nach einem hochwertigen ökologischen Standard zertifiziert sind, liegt sehr nahe am Zielwert.

„Die Ergebnisse dokumentieren, dass Waldbesitzer und Forstleute die Biodiversitätsstrategie sehr ernst nehmen und ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das ist natürlich kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, sondern den eingeschlagenen Weg weiter fortzusetzen“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Die jahrzehntelangen Anstrengungen naturnaher Forstwirtschaft und des Waldumbaus werden durch den Indikatorenbericht von oberster Stelle gewürdigt. Es muss jedoch betont werden, dass diese Leistungen nicht nebenbei erbracht werden.

„Die moderne Forstwirtschaft schafft es auf hohem Niveau, sowohl die Ansprüche des Naturschutzes als auch die sozialen und ökonomischen Gesichtspunkte im Blick zu behalten. Dieser integrative Ansatz sichert die Daseinsfürsorge der Waldbesitzer aber auch der gesamten Gesellschaft“, betont Jacobs.

Modernes Waldmanagement nach über 300 Jahren Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffes ist in Deutschland auf dem besten Weg und nicht umsonst Exportschlager. Das Ausspielen einzelner Waldfunktionen, die in intensivst bewirtschafteten Flächen einerseits und immer mehr Forderungen nach Flächenstilllegungen andererseits gipfelt, ist eine Sackgasse.

Das hohe Niveau der naturnahen und multifunktionalen Forstwirtschaft kann jedoch nur durch ausreichendes und gut qualifiziertes Forstpersonal sowie eingespielte Strukturen gehalten werden.

Der BDF erteilt daher waghalsigen und praxisfernen Experimenten eine Absage. Die Vorstellungen der Forstwirtschaft des Bundeskartellamtes bedrohen sogar die Vielfalt im Wald. Das Verfahren in Baden-Württemberg muss vor allem auch unter der Sicherung aller Waldfunktionen gesehen werden und nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die Überführung des Landeswaldes von NRW in eine praxisferne Stiftung konterkariert ebenso die Anstrengungen tausender Forstleute und entzieht den Wald der Kontrolle durch das Parlament.

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