Aktionsplan für Europas Wälder

Das EU-Parlament hat in der letzten Woche eine Entschließung zur Europäischen Waldstrategie verab-schiedet. Damit soll dem Wald eine größere Bedeutung zugemessen werden. Die EU-Kommission wird außerdem dazu aufgerufen, mit einem Aktionsplan der Entwaldung und Waldschädigung entgegenzutreten. Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) begrüßt den Beschluss und den Fokus auf den Wald als wertvolle Rohstoffquelle und Arbeitsplatz für Millionen von Menschen. Das EU-Parlament begleitet die EU-Forststrategie aktuellen Beschluss und gibt der EU-Kommission wertvolle Hinweise zur Ausgestaltung derselben. „Der BDF begrüßt diesen Vorstoß des Parlaments. Der Wald erhält damit ein stückweit der Aufmerksamt, die er verdient“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. Das Parlament hat damit die Multifunktionalität des Waldes und seine Bedeutung für die Gesellschaft bestätigt.

Ebenfalls erfreut kommentierte Michael Diemer, Präsident der Union Europäischer Forstleute (UEF) und BDF Mitglied die Initiative des EU-Parlaments. Die UEF habe sich stark dafür eingesetzt, dass die Forststrategie Wert auf gut ausgebildete Fachkräfte lege, ohne die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht gewährleistet sei.

„Besonders der Hinweis darauf, dass Flächenstilllegungen den politischen Zielen der EU, wie der Energiewende, zuwiderlaufen, findet die Zustimmung des BDF“, so Hans Jacobs. Europa brauche eine aktive Waldbewirtschaftung. Michael Diemer betonte auch, das Parlament sei dezidiert auf die Nutzfunktion des Waldes eingegangen, habe aber die Bedeutung des Erhalts der ökologischen Funktionen für den Klimaschutz bestätigt. „Positiv ist auch, dass für die neue Strategie keine weitere Bürokratie aufgebaut werden soll und das Parlament lediglich eine koordinative Rolle einnehmen will“, sagte Jacobs. Auch den einzelnen Ländern sollen Gestaltungsspielräume nicht genommen werden. Bisher jedoch ist der Forstsektor in den verschiedensten Generaldirektionen schwer zu erkennen gewesen, trotz seiner immensen Rolle.

Der Aktionsplan konzentriert sich auf nachhaltige Waldbewirtschaftung, ressourceneffiziente Nutzung der Rohstoffe, Wettbewerbsfähigkeit des Forstsektors und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Das findet die ungeteilte Zustimmung beim BDF und der UEF. In Deutschland ist das Niveau der nachhaltigen Forstwirtschaft schon sehr weit und umfassend. Dennoch liegt auch bei hier einiges im Argen. „Nach wie vor verzeichnen wir zu wenig Personal, zu wenig Ausbildung, einen stark um sich greifenden Fachkräftemangel, sich stark widerstreitende Partikularinteressen seitens des Naturschutzes und der Nutzerseite, einen schädigenden Wildeinfluss und immer wieder zutage tretende Differenzen zwischen den urbanen und ländlichen Räumen. Da ist eine abgestimmte EU-Strategie flankiert durch einen klugen Aktionsplan sehr hilfreich. Wichtig hierbei ist jedoch die Beteiligung der verschiedenen Akteure“, so Jacobs abschließend.

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