Nabu wirft Forstwirtschaft und Atomenergie in einen Topf
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

Wurzel Foto: Regelmann

NABU-Präsident Olaf Tschimpke sagte vorgestern bei der Vorstellung seines Jahresberichts, die deutschen Landwirte und Waldbesitzer müssten in Sachen Naturschutz dringend aus ihrer «Verweigerungshaltung» herausfinden. Andernfalls drohe ihnen das gleiche Schicksal wie den Energiekonzernen. Nur als Teil einer geschickten Marketingstrategie des NABU ist diese Ohrfeige für die deutschen Waldbesitzer zu erklären.

Die Analysen international anerkannter Naturschutz-institutionen in Deutschland sprechen eine andere Sprache: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt DBU stellte Waldbesitzern und Forstleuten in Deutschland erst im September 2014 ein hervorragendes Zeugnis aus: „Aus Biodiversitätssicht sind insbesondere Flächensicherungsmaßnahmen für Nieder- und Hochmoore dringlich. Sie sollten aktuell Vorrang haben vor der Sicherung von Waldlebensräumen, da hier kein nennenswerter Rückgang der Biodiversität konstatiert wird“. Im Bioindikatorenbericht 2014 der Bundesregierung erreicht der Wald die höchsten Zielerreichungsgrade in puncto Biodiverstät.

Sind diese Leistungen der Waldbesitzer für den Naturschutz – neben der Erzeugung des Rohstoffes Holz – Ausdruck einer „Verweigerungshaltung“? Oder nicht vielmehr Beweis für eine verantwortungsvolle, nachhaltige Waldbewirtschaftung über Generationen?

Würden sich sonst 70% der Waldbesitzer freiwillig einer neutralen Qualitätskontrolle durch unabhängige Zertifizierungssysteme unterziehen und damit transparent einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald nachweisen?

Oder müsste der NABU nicht vor der eigenen Türe kehren, anstatt mit dem Finger auf Forstleute und Waldbesitzer in Deutschland zu zeigen?

Die Fragen drängen sich auf, denn auf den NABU-eigenen Waldflächen passiert in Sachen forstlicher Zertifizierungssysteme nichts. Was viele nicht wissen: der NABU, seine Landesverbände und ausgegründete NABU-Stiftungen aber auch andere Naturschutzverbände und –stiftungen sind mittlerweile große Waldbesitzer. Das gesamte „Nationale Netzwerk Natur“ verfügt derzeit immerhin schon über mehr als 200.000 ha Flächen in Deutschland. Auch wenn das, was dort geschieht, nicht mehr Forstwirtschaft sondern „Waldentwicklungssteuerung“ genannt wird, ist der Prozess und das Ergebnis das Gleiche: Es werden Bäume gefällt und aufgearbeitet und das so erzeugte Rohholz der Holzindustrie verkauft. Das ist nicht zuletzt deshalb besonders befremdlich, weil auch der NABU Mitglied beim Forstzertifizierungssystem FSC ist.

Wie eingangs gesagt: hinter der Keule, die der NABU völlig zu Unrecht gegen die Waldbesitzer schwingt, können nur handfeste wirtschaftliche Interessen stecken: Schlechte Nachrichten über den Zustand des Waldes fördern die Spendenbereitschaft!

Angesichts der Umsätze von über 30 Mio. Euro pro Jahr ist die Frage berechtigt, ob NABU & Co. tatsächlich noch die altruistischen Verbände sind, als die sie sich gerne darstellen. Oder haben vielleicht die kaufmännischen Abteilungen dieser Verbände bereits eine höhere Bedeutung als die Naturschutzabteilungen?

Also doch: Wer im Glashaus sitzt...

Nabu wirft Forstwirtschaft und Atomenergie in einen Topf (PDF)