Forstleute leben Nachhaltigkeit – Weltspartag 2015

Nachhaltigkeit Foto: DFWR_Kollaxo

Was haben der Weltspartag am morgigen 30.10. und die Forstwirtschaft gemeinsam? Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des Bund Deutscher Forstleute (BDF) gibt die Antwort: „Am Weltspartag geht es um das einzig zukunftsfähige Vorsorgeprinzip der Finanzwelt: Von den Zinsen leben, nicht vom Kapital“. Sparen ist eine kluge Form der Daseinsvorsorge und rückt Verantwortungsbewusstsein für kommende Generationen in den Vordergrund. „Dieses Leitprinzip der Nachhaltigkeit wurde aber nicht in der Finanzwelt, sondern schon vor 300 Jahren von Forstleuten entwickelt und ist auch heute noch Berufsethos und das Leitbild unserer täglichen Arbeit.“

„Obwohl Jahr für Jahr der wertvolle Rohstoff Holz für die Holzwirtschaft und zur Energieversorgung geerntet wird, wachsen die Holzvorräte in der „Sparkasse Wald“, erklärt Jacobs weiter. Deutsche Forstleute von heute sind gefragte Fachleute weltweit und geschätzte Nachhaltigkeitsexperten. „Die Holzerntemengen werden streng nach den Kriterien der forstlichen Nachhaltigkeit und einer langfristigen ökologischen Waldentwicklung geplant“, macht Jacobs deutlich.

Der Holzzuwachs bewegt sich bundesweit mit 11,2 Kubikmetern je Hektar und Jahr oder 121,6 Mio. Kubikmeter pro Jahr weiterhin auf einem hohen Niveau. In den letzten zehn Jahren wurden durchschnittlich 76 Millionen Kubikmeter Rohholz pro Jahr genutzt. Es wird also weniger geerntet als nachwächst. Hierdurch wird der Vorrat bzw. der Kapitalgrundstock gesteigert. Holznutzung und natürliches Absterben von Bäumen erreichen insgesamt 87 Prozent des Zuwachses. Die restlichen 13 Prozent gehen in den Vorratsaufbau. Hierdurch bestehen noch Kapazitäten für eine höhere Nutzung und mehr Klimaschutz durch diesen nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff.

Aber nicht nur das wertvolle Holz im Wald mehrt sich. Seit Jahren beobachten die Forstleute eine Zunahme der biologischen Vielfalt im Wald. Seltene Vogelarten sind in unseren Wäldern heimisch und viele Pflanzenarten finden ihren Platz im Wald (z.B. der Schwarzstorch, der Mittelspecht oder der Frauenschuh). Der Anteil wertvollen Totholzes steigt. Dies ist wichtig für sehr spezialisierte und viele bedrohte Tiere, Pflanzen und Pilze. Weiterhin werden unsere Wälder älter und strukturreicher. Auf den vielen Etagen auf kleiner Fläche entstehen so mehr wertvolle Nischen und Lebensräume. Die Wälder sind stabiler.

„Dies ist eine Folge unserer naturnahen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Moderne Forstwirtschaft ist heute mehr denn je auch praktizierter Naturschutz. So mehren wir unser Überlebenskapital – die Natur. Eine Leistung die wir jeden Tag erbringen. Nicht nur am Weltspartag“, so Jacobs abschließend. Hierfür wird natürlich ausreichend Forstpersonal benötigt. Personalabbau oder die Vergrößerung von Strukturen, wie z.B. Forstreviere, konterkarieren eine qualitativ hochwertige und verantwortungsvolle Arbeit im Wald. Der Mensch ist schließlich auch ein wertvolles Kapital.

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