Forstwirtschaft schützt das Klima und die Vielfalt

Baum Foto: Jens Düring, BDF

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) irritiert die Interpretation einer aktuellen Studie eines internationalen Forscherteams, an dem das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) beteiligt ist. Die heutige naturnahe Forstwirtschaft vermehrt den Anteil wertvoller Mischwälder, die als Kohlenstoffsenke wirken, und erhöht die biologische Vielfalt. Kahlschläge und Forstmonokulturen gehören schon seit 30 Jahren der Vergangenheit an. Holz als nachwachsender und klimaneutraler Rohstoff kann Kohlenstoff sehr langfristig binden. Die effiziente Nutzung und das Einsparen von Ressourcen sollten Prämisse sein.

Ein internationales Forscherteam, geleitet vom Laboratoire des Sciences du Climat et de l'Environnement - Institut Pierre Simon Laplace (LSCE/IPSL) in Frankreich, das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), hat herausgefunden, dass zweieinhalb Jahrhunderte Aufforstung und Forstwirtschaft in Europa keine Verminderung des Klimawandels bewirkt haben. Pressestimmen sprachen gleich davon, dass Forstwirtschaft und Waldmanagement dem Klima schaden würden.

Hiervon zeigt sich der BDF deutlich irritiert. Forstleute haben dafür gesorgt, dass europaweit verwüstete Flä-chen wieder aufgeforstet wurden. Jahrelanger Raubbau, Kahlschläge und Viehweide hatten ganze Landstriche entwaldet. Ohne die Wiederbewaldung hätte sich das Klima noch rasanter erwärmt. „Die Forstwirtschaft hat sich seit 30 Jahren kolossal gewandelt. In ihrer jetzigen modernen Ausprägung sorgt sie für vielfältige, klimastabile und artenreiche Wälder“, so Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF. Die Bundeswaldinventur stellte jüngst fest, dass der Anteil von Mischwald weiter steigt, die Bestände älter werden und der Totholzanteil zunimmt. „Der Wald entwickelt sich deutlich positiv. Das ist dem Wirken der Forstleute zu verdanken. Die Wandlung der Forstwirtschaft scheint in der aktuellen Studie keine Rolle zu spielen“, so Jacobs weiter. Die nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland ist in der Lage, Wälder so zu bewirtschaften, dass sie weiter klimaabkühlend wirken, den Rohstoff Holz bereitstellen und die Vielfalt bewahren. Diese Wirtschaftsweise kann durchaus auch als Vorbild für andere Länder gelten.

„Wichtig in der Diskussion um Klimawandel und Wald ist gerade die Nutzung des klimaneutralen und nachwachsenden Rohstoffs Holz. Dieser ist viel umweltfreundlicher als Stahl oder Beton. Er bindet den Kohlenstoff sehr langfristig. Dabei kommt es auf eine kluge Rohstoffstrategie an, wo das Holz nicht gleich verbrannt wird oder nur ins Papier wandert. Ressourceneffizienz, Einsparung und Recycling sind hier Stichworte“, so Jacobs abschließend. Nach der vorliegenden Studie die Forstwirtschaft oder die Nutzung der Wälder zu verdammen, ist zu kurz gesprungen und klammert wesentliche Faktoren aus. Der BDF steht gern für den Austausch mit den Wissenschaftlern bereit und freut sich auf den Diskurs über eine noch bessere klimafreundliche Waldbewirtschaftung. Dies ist jedoch im Ökosystem Wald eine langfristige Aufgabe für Generationen.

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